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Passwort-Management für Teams: Schluss mit Post-its und Excel-Listen

Georg Bammer·

Passwort-Management für Teams: Schluss mit Post-its und Excel-Listen

„Das Passwort für den Shop? Steht in der Excel auf dem Server." — Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, sind Sie in guter Gesellschaft. Die meisten kleinen Unternehmen verwalten ihre Zugangsdaten irgendwie: per E-Mail weitergeleitet, in einer geteilten Textdatei, oder — der Klassiker — auf einem Post-it am Monitor.

Das funktioniert, bis es nicht mehr funktioniert. Und dann wird es teuer.

Warum das ein echtes Problem ist

Vielleicht denken Sie: „Wir sind doch nur fünf Leute, wer sollte uns hacken?" Die Antwort: Automatisierte Angriffe interessieren sich nicht für Ihre Unternehmensgröße. Sie scannen nach schwachen Passwörtern und offenen Türen — bei jedem.

Die häufigsten Probleme ohne Passwort-Manager:

  • Gleiche Passwörter überall. Wenn ein Dienst gehackt wird, sind alle anderen gleich mit betroffen.
  • Passwörter werden im Klartext geteilt. Per E-Mail, WhatsApp oder Teams — alles durchsuchbar, alles abfangbar.
  • Niemand weiß, wer Zugriff hat. Ein Mitarbeiter geht — und hat weiterhin Zugang zu allen Systemen.
  • Passwörter werden nicht geändert. Weil es zu umständlich ist, bleibt das Standardpasswort jahrelang bestehen.

Laut dem Verizon Data Breach Report sind über 80 % aller Sicherheitsvorfälle auf kompromittierte oder schwache Zugangsdaten zurückzuführen. Das ist kein abstraktes Risiko — das ist die Hauptursache.

Was ein Passwort-Manager für Teams leistet

Ein Team-Passwort-Manager löst nicht nur das Passwort-Problem. Er verändert, wie Ihr Team mit Zugangsdaten umgeht:

  • Jeder Zugang hat ein eigenes, starkes Passwort. Automatisch generiert, 20+ Zeichen, unmöglich zu erraten.
  • Geteilte Zugänge sind kontrolliert. Sie bestimmen, wer welche Passwörter sehen darf — nach Gruppen, Rollen oder Projekten.
  • Ein Mitarbeiter geht? Ein Klick. Zugriff entziehen, betroffene Passwörter rotieren. Sauber.
  • Audit-Trail. Sie sehen, wer wann auf welches Passwort zugegriffen hat.
  • Autofill im Browser. Kein Abtippen, kein Kopieren aus Dateien. Schneller und sicherer.

Die Open-Source-Optionen

Es gibt hervorragende Passwort-Manager, die Sie selbst hosten können. Ihre Daten bleiben bei Ihnen — kein Cloud-Dienst, kein Drittanbieter.

Vaultwarden (Bitwarden-kompatibel)

Vaultwarden ist die leichtgewichtige, selbst gehostete Alternative zum kommerziellen Bitwarden-Server. Sie nutzen die offiziellen Bitwarden-Apps und Browser-Erweiterungen — nur der Server läuft bei Ihnen.

  • Apps für alle Plattformen (Windows, Mac, Linux, iOS, Android)
  • Browser-Erweiterungen für Chrome, Firefox, Safari und Edge
  • Organisationen und Sammlungen für Team-Zugänge
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung integriert
  • Ressourcenschonend: Läuft problemlos auf einem kleinen VPS

Ideal für: Teams, die eine komfortable Lösung mit Apps und Browser-Integration suchen.

KeePassXC + Syncthing

KeePassXC ist ein bewährter, offline-fähiger Passwort-Manager. Die verschlüsselte Datenbank-Datei können Sie per Syncthing zwischen Geräten synchronisieren.

  • Komplett offline-fähig — keine Server-Infrastruktur nötig
  • Starke Verschlüsselung (AES-256)
  • Browser-Integration vorhanden
  • Kostenlos und quelloffen

Ideal für: Einzelunternehmer oder sehr kleine Teams, die es einfach halten wollen.

Passbolt

Passbolt wurde speziell für Teams entwickelt. Die Community Edition ist Open Source und selbst hostbar.

  • Feingranulare Rechteverwaltung
  • Echtzeit-Freigabe von Passwörtern
  • API für Automatisierung
  • Browser-basiert, keine Desktop-App nötig

Ideal für: Teams mit erhöhtem Sicherheitsbedarf und komplexer Rechteverwaltung.

Vergleich: Was passt zu Ihnen?

VaultwardenKeePassXC + SyncthingPassbolt
Server nötig?Ja (minimal)NeinJa
AppsAlle PlattformenDesktop + eingeschränkt mobilBrowser-basiert
Team-FeaturesGutEingeschränktSehr gut
Einrichtung~1 Stunde~30 Minuten~2 Stunden
WartungGeringMinimalMittel
Ideal ab2 Personen1–3 Personen5+ Personen

So starten Sie — in drei Schritten

Sie müssen nicht alles auf einmal umstellen. Ein pragmatischer Einstieg:

1. Passwort-Manager aufsetzen

Für die meisten kleinen Teams ist Vaultwarden die beste Wahl: komfortabel, bewährt und in einer Stunde einsatzbereit. Ein kleiner Server oder ein bestehender VPS reicht völlig aus.

2. Bestehende Passwörter migrieren

Sammeln Sie alle Zugangsdaten aus Excel-Listen, E-Mails und Notizzetteln ein. Importieren Sie sie in den Passwort-Manager und legen Sie eine Ordnerstruktur an, die zu Ihrem Unternehmen passt — zum Beispiel nach Abteilung, Kunde oder System.

3. Regeln einführen

Vereinbaren Sie im Team:

  • Jeder neue Zugang wird direkt im Passwort-Manager angelegt — nirgendwo sonst.
  • Generierte Passwörter verwenden — keine eigenen mehr ausdenken.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, wo immer möglich.
  • Keine Passwörter per Chat oder E-Mail — stattdessen über den Manager teilen.

Was das in der Praxis bringt

Nach der Umstellung berichten Teams immer wieder das Gleiche:

  • Weniger Stress. Kein „Wie war nochmal das Passwort für...?" mehr.
  • Schnelleres Arbeiten. Autofill statt Suchen und Abtippen.
  • Bessere Sicherheit. Jeder Dienst hat ein eigenes, starkes Passwort.
  • Klare Verantwortung. Sichtbar, wer auf was Zugriff hat.

Der Aufwand für die Einrichtung? Ein halber Tag. Der Nutzen? Ab dem ersten Tag.

Fazit

Passwort-Management ist keine Luxus-Maßnahme für Konzerne. Es ist grundlegende IT-Hygiene — so selbstverständlich wie ein Schloss an der Bürotür. Und mit Open-Source-Tools wie Vaultwarden kostet es Sie nichts außer ein paar Stunden Einrichtung.

Fangen Sie heute an. Nicht nächste Woche, nicht „wenn wir mal Zeit haben". Die Excel-Liste mit Ihren Passwörtern ist eine tickende Zeitbombe.


Sie möchten einen Passwort-Manager für Ihr Team einrichten, wissen aber nicht wo anfangen? Im Erstgespräch schauen wir uns Ihre Situation an und finden die passende Lösung — unverbindlich und ohne Verkaufsdruck.

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